Weshalb ist es so wichtig, darüber Bescheid zu wissen, welche Glaubenssätze oder Muster einem im Leben begleiten?

Wenn ein Erlebnis stattfindet, ist dieses Erlebnis meistens weder schlimm noch gut, es ist einfach. Doch sobald das Hirn oder irgendjemand anderes, auf dessen Meinung man wert legt, dieses Erlebnis bewertet, ist es entweder schlimm oder positiv, gut oder nicht so schlimm oder gar ganz ohne Wertung.

Wenn dann das Hirn entschieden hat, «och das ist jetzt wirklich eine verflixte Situation», fangen die Gedanken an zu kreisen. Man zieht noch mehr davon an und dabei ist dem Hirn egal, ob diese Sachen gut oder schlecht sind.

Würde man es also schaffen, einfach so in den Tag zu leben und nichts zu bewerten, alles zu bejahen und freudig im Hier und Jetzt zu leben, hätte man viel weniger Probleme (denk daran, ein Problem ist positiv, sonst würde es «Kontrablem» heißen).

Da kommt mir diese Geschichte in den Sinn –

Die Geschichte vom chinesischen Bauern: 

In einem Dorf in China, nicht ganz klein, aber auch nicht groß, lebte ein Bauer – nicht arm, aber auch nicht reich, nicht sehr alt, aber auch nicht mehr jung, der hatte ein Pferd. Und weil er der einzige Bauer im Dorf war, der ein Pferd hatte, sagten die Leute im Dorf: „Oh, so ein schönes Pferd, hat der ein Glück!“ Und der Bauer antwortete: „Wer weiß?!“

Eines Tages, eines ganz normalen Tages, keiner weiß weshalb, brach das Pferd des Bauern aus seiner Koppel aus und lief weg. Der Bauer sah es noch davongaloppieren, aber er konnte es nicht mehr einfangen. Am Abend standen die Leute des Dorfes am Zaun der leeren Koppel, manche grinsten ein bisschen schadenfreudig, und sagten: „Oh der arme Bauer, jetzt ist sein einziges Pferd weggelaufen. Jetzt hat er kein Pferd mehr, der Arme!“ Der Bauer hörte das wohl und murmelte nur: „Wer weiß?!“

Ein paar Tage später, sah man morgens auf der Koppel des Bauern das schöne Pferd, wie es mit einer wilden Stute im Spiel hin und herjagte: sie war ihm aus den Bergen gefolgt. Groß war der Neid der Nachbarn, die sagten: „Oh, was hat der doch für ein Glück, der Bauer!“ Aber der Bauer sagte nur: „Wer weiß?!“

Eines schönen Tages im Sommer dann stieg der einzige Sohn des Bauern auf das Pferd, um es zu reiten. Schnell war er nicht mehr alleine, das halbe Dorf schaute zu, wie er stolz auf dem schönen Pferd ritt. „Aah, wie hat der es gut!“ Aber plötzlich schreckte das Pferd, bäumte sich auf und der Sohn, der einzige Sohn des Bauern fiel hinunter und brach sich das Bein, in viele kleine Stücke, bis zur Hüfte. Und die Nachbarn schrien auf und sagten: „Oh, der arme Bauer: Sein einziger Sohn! Ob er jemals wieder wird richtig gehen können? So ein Pech!“ Aber der Bauer sagte nur: „Wer weiß?!“

Einige Zeit später schreckte das ganze Dorf aus dem Schlaf, als gegen Morgen ein wildes Getrappel durch die Straßen lief. Die Soldaten des Herrschers kamen in das Dorf geritten und holten alle Jungen und Männer aus dem Bett, um sie mitzunehmen in den Krieg. Der Sohn des Bauern konnte nicht mitgehen. Und so mancher saß daheim und sagte: „Was hat der für ein Glück!“ Aber der Bauer murmelte nur: „Wer weiß?!“ Und die Moral von der Geschicht… „Wer weiß?!“ (Quelle unbekannt)

 

Schreibe Deine Geschichte neu!

Wie kommst Du nun zu diesem «egal was passiert, ich bleibe offen und gespannt, wie es weiter geht?» Nun, zum einen ist es sicher die Entscheidung. Doch kannst Du Dir auch Deiner Muster bewusst werden und so Deine Erlebnisse transformieren, indem Du die Glaubenssätze, respektive Deine Geschichte, neu schreibst.

Also das geht im konkreten Fall so: Angenommen, für Dich ist es sehr hart, Geld zu verdienen. Das Geld rinnt Dir immer wieder durch die Finger, es reicht hinten und vorne nicht, trotzdem Du 15 Stunden pro Tag arbeitest, ist Ende Monat zu wenig Geld da.
Wenn Du nun Dein Leben anschaust, Deine Erlebnisse und Situationen analysierst, erinnerst Du Dich vielleicht plötzlich daran, wie die Mutter als Putzfrau immer noch zu wenig Geld verdiente, obschon sie pro Woche in 10 Haushalten putzte. Da könnte eventuell der Glaubenssatz «Geld verdienen ist hart» kreiert worden sein. Und so ist es dann auch hart für einen selbst, das Geld zu verdienen. Diesen Glaubenssatz zu ändern ist möglich. Jedoch muss man ihn erst vom Unterbewusstsein ins Bewusstsein holen und dort dann als Gedanke, oder eben Satz, transformieren.

 

Übung: Mache Deine Glaubenssätze sichtbar!

Eine gute Übung zum sichtbar machen Deiner Muster ist, dass Du Dir all das das Erlebte im Leben überlegst und aufschreibst. Alle Situationen, jedes Erlebnis gehst Du durch. Dann überlegst Du Dir, was Du aus den einzelnen Erlebnissen gelernt hast. Ist es positiv, dann brauchst Du den sich dahinter versteckenden Glaubenssatz nicht zu ändern. Ist es eher hinderlich für Dich, solltest Du Dir dessen schläunigst bewusst sein und ihn bewusst ändern.

Die unterste Ebene ist die der Gedanken, dann kommt das Bewusstsein, dann kommt das Unterbewusstsein.

Die Gedanken kannst Du bewusst ändern und Dich so hochschwingen, bis auch Dein Unterbewusstsein sich ändert. Steter Tropfen höhlt den Stein!

Viel Erfolg dabei!

Liebe Grüsse

Cécilia